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Impulsvortrag zu ADHS am Kurpfalz Gymnasium/Realschule in Mannheim


Gebäude Kurpfalz Gymnasiums/Realschule in Mannheim

Vor einiger Zeit bekamen wir eine interessante Anfrage von Charlotte Bowman-Bollack, Lehrerin und Beauftragte für Prävention und Gesundheit am Kurpfalz Gymnasium/ Realschule in Mannheim https://www.daskurpfalz.de, die sich bewundernswert für das Thema „Schule für ALLE gesund gestalten“ engagiert.


Der Wunsch war, im Rahmen des Pädagogischen Tages einen 90-minütigen Impuls zum Themengebiet „Die Bedeutung der Haltung in Konflikten, das Verständnis von Neurodiversität und die damit verbundenen Herausforderungen im Schulalltag“ zu setzen, der die pädagogischen Beratungen danach als Haltung mittragen soll. Und das vor dem gesammelten Kollegium von rund 70 Lehrkräften!


Zusammen mit Christiane Yavuz von family.needs.balance., www.christianeyavuz.de war schnell klar, diese Herausforderung nehmen wir sehr gern an. Ein Schwerpunktthema der Arbeit von Christiane Yavuz ist „Umgang mit Konflikten“. Dabei richtet sie das Augenmerk auf die jeweilige Haltung, die wir gegenüber Konflikten einnehmen.

Am 24. November war es dann so weit: Pünktlich um 8 Uhr standen wir vor der Eingangstür der Schule mitten im Herzen von Mannheim und waren sehr gespannt auf das, was uns erwarten würde. Die Mensa der Schule füllte sich nach und nach und pünktlich um 8.30 Uhr ging es los. Die meisten der anwesenden Lehrkräfte haben uns mit erwartungsvollen Augen angeschaut; einige waren durchaus skeptisch.


Unser Thema: "Haltung verbindet: Konflikte meistern durch Verständnis für Neurodiversität am Beispiel von AD(H)S"



Haltung verbindet: Konflikte meistern durch Verständnis für Neurodiversität am Beispiel von AD(H)S

Christiane Yavuz eröffnete die Diskussion mit verschiedenen Fragestellungen, die zum Nachdenken anregen sollten, u.a. was Konflikte bedeuten und wie wir ihnen begegnen können. Christiane Yavuz betonte, dass das Leben und insbesondere das Schulleben eine Aneinanderreihung von Konflikten ist. Sie ermutigte die Lehrkräfte, Konflikte als Gelegenheiten zu sehen, um zu wachsen und zu lernen. Ihre drei Kernbotschaften waren:

  1. Das (Schul)leben ist eine Aneinanderreihung von Konflikten.

  2. Konflikte erfüllen immer eine Funktion. Der Konflikt-Tiger gibt wichtige Hinweise.

  3. Mit welcher Haltung wir Konflikten begegnen, haben wir selbst in der Hand.

Mein Beitrag beim Impulsvortrag zu ADHS konzentrierte sich auf das Thema Neurodiversität und AD(H)S. Ich teilte meine persönliche Geschichte und meine Erkenntnisse über die Funktionsweise von AD(H)S. Dabei betonte ich, dass AD(H)S für mich keinen Krankheitswert hat, sondern eine besondere Form der Neurodiversität darstellt. Inspiriert von Professor Lechs Worten, sprach ich über die Ressourcen, die AD(H)S mit sich bringen kann: hoher Energiepegel, Enthusiasmus, Kreativität, Querdenkvermögen und ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden.

Ein weiterer Schwerpunkt meines Beitrages lag auf den besonderen Stärken von Kindern und Jugendlichen mit AD(H)S. Ich ermutigte die Lehrkräfte, diese Stärken zu erkennen und zu fördern, um das Selbstwertgefühl der Schüler zu stärken. Zudem wies ich darauf hin, dass Kinder mit AD(H)S sich sozial-emotional oft jünger verhalten als ihre Altersgenossen, was eine besondere Herausforderung, aber auch eine Chance für die pädagogische Arbeit darstellt. Meine drei Kernbotschaften waren:

  1. Kinder und Jugendliche mit AD(H)S brauchen Unterstützung und Verständnis. Auch Lehrkräfte sollten den Kindern und Jugendlichen helfen, die Funktionsweise von AD(H)S zu verstehen und damit ihre positiven Seiten fördern sowie ihr Selbstwertgefühl stärken.

  2. Kinder und Jugendliche mit AD(H)S verfügen über besondere Stärken, die sie nicht trotz, vielmehr dank ihrer AD(H)S haben. Auch die Schule sollte diese Kinder dabei unterstützen, ihre individuellen Stärken zu entdecken, zu nutzen und (weiter)zu entwickeln.

  3. Kinder und Jugendliche mit AD(H)S verhalten sich sozial-emotional häufig jünger als Gleichaltrige. Das zu erkennen ist nicht einfach, da sie körperlich gleichauf entwickelt sind und intellektuell oft einen Vorsprung haben.

Offene und positive Resonanz des Kollegiums zum Impulsvortrag zu ADHS


Die Resonanz war beeindruckend. Lehrer stellten Fragen zum Umgang mit AD(H)S im Unterricht, wollten den Unterschied zwischen AD(H)S und ADS verstehen und suchten nach dem Vortrag das Gespräch. Diese Reaktionen zeigen, wie wichtig und wertvoll solche Veranstaltungen sind, um das Bewusstsein für Neurodiversität zu schärfen und effektive Strategien für den Schulalltag zu entwickeln.

Christiane Yavuz und Irina Schneider vor dem Kurpfalz

Auch das Feedback von Charlotte Bowman macht Mut und begeistert. Hier ein Auszug daraus: "Ich habe im Verlauf des weiteren Tages noch sehr viele Gespräche mit dem Kollegium geführt und durchweg positive Resonanz bekommen! … AD(H)S hat thematisch wirklich viele abgeholt und einfach mal fundiert informiert. Eine Information, die viele einfach noch nicht hatten. Das kam echt gut an."


Es war ein inspirierender Tag, der mich darin bestärkt hat, dass Aufklärung und Verständnis für Neurodiversität und AD(H)S einer der Schlüssel zu einem harmonischeren und produktiveren Schulalltag sind. Ich freue mich darauf, auch in Zukunft solche Veranstaltungen zu unterstützen und mein Wissen weiterzugeben.




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